NAchhaltigkeit in der Küche ist leichter als du denkst.

Um die Erde für künftige Generationen zu bewahren, muss vor allem die westliche Welt nachhaltiger werden. Ansonsten lässt sich der Klimawandel kaum stoppen und die Folgen für das Leben auf der Erde wären drastisch. Wir haben im Folgenden einmal eine Reihe sinnvoller Maßnahmen und Tipps zusammengetragen, wie du in deiner Küche Zuhause nachhaltiger leben kannst. Dabei geht es natürlich auch ums Kochen und Stromsparen – aber eben nicht nur!

Nachhaltigkeit – Kein Trend, sondern eine Mission für alle

Nachhaltigkeit ist wichtig, Nachhaltigkeit ist gut, Nachhaltigkeit geht jeden etwas an. Vielleicht kannst du das vielleicht schon nicht mehr hören. Fakt ist aber: Nachhaltig zu leben ist allerdings wirklich ein Ziel, dass sich nach und nach jeder Mensch setzen sollte. Denn ein nachhaltiges Leben ist nicht nur für den Umwelt- und Naturschutz wichtig.

Die „Sustainable Development Goals“ etwa, also Ziele für nachhaltige Entwicklung, die die Vereinten Nationen aufgestellt haben, verdeutlichen, dass Nachhaltigkeit weitgreifender zu verstehen ist. Nachhaltigkeit solle so bis 2030 auch dazu führen, dass Hunger und Armut weltweit bekämpft und vielleicht sogar beendet werden könnten und dass mehr Menschen Zugang zu vernünftiger Bildung bekommen.

Natürlich stehen Umwelt- und Naturschutz aber auch ganz vorne auf der Liste der Ziele durch nachhaltige Entwicklungen. Und gerade im Privaten kannst du einfach zum Mitgestalter einer nachhaltigen Zukunft werden. In der Küche und vor allem natürlich auch beim Kochen ist hierfür besonders viel Potenzial vorhanden.

Wo Nachhaltigkeit rund um die Küche beginnt: Das Einkaufen

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten sich und anderen etwas Gutes zu tun. Du wirst dabei jedoch weniger an nachhaltiges Verhalten rund um den Haushalt denken. Sicher, der Umwelt tut es gut, weniger Plastik zu verwenden und regionale Produkte zu kaufen. Aber einem selbst?

Gerade beim Einkauf sollte unser Punkt am schnellsten klarwerden. Wenn du nachhaltig einkaufst, gibst du für manche Produkte vielleicht ein bisschen mehr Geld aus. Allerdings schmecken regionale und saisonale Produkte oftmals viel besser, als solche, die von weit her transportiert wurden. Alleine deshalb, weil mit langen Transporten natürlich auch Methoden verbunden sind, mit denen schnell(er) verderbliche Lebensmittel haltbar gemacht werden. Und diese Methoden tragen in aller Regel nicht gerade zum Geschmack oder gar der Qualität eines solchen Lebensmittels bei.

Wenn du außerdem wiederverwertbare Taschen oder Körbe oder einen Rucksack zum Transport verwendest, sparst du dir das Kleingeld für den Tütenkauf an der Kasse. Hier lässt sich auf Dauer doch auch Geld sparen, was dann auch wieder für bessere Lebensmittel verwendet werden kann.

Womit die ersten beiden Tipps zum Einkaufen feststehen und durch weitere ergänzt werden können:

  • Regionale und saisonale Produkte oder zumindest Bioprodukte.
  • Wiederverwertbare Taschen, statt Wegwerftüten verwenden. Auch für Obst und Gemüse an den entsprechenden Theken.
  • Am besten erst gar keine, oder zumindest so wenig wie möglich, Lebensmittel mit Umverpackung.
  • Bei Getränken und Konserven zu Mehrweg-, statt Einwegprodukten greifen. In den sogenannten Unverpackt-Läden finden sich die meisten Lebensmittel ohne Verpackung. Du kannst sie dir dort aus großen Gefäßen in deine eigenen mitgebrachten Gefäße umfüllen.
  • Nicht einkaufen, wenn du wahnsinnig hungrig bist. Und Spontankäufe vermeiden. Das funktioniert am besten, indem du dir immer einen Einkaufszettel schreibst und dich streng an diesen hältst. Warum das so wichtig ist? Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft werfen wir Deutschen pro Jahr knapp 75 Kilogramm Lebensmittel weg. Das sind insgesamt 6,1 Millionen Tonnen Lebensmittel aus Privathaushalten insgesamt. Die der Gastronomie und Industrie nicht einmal miteingeschlossen. Um an diesen Zahlen zu arbeiten, ist Mitmachen vor allem beim disziplinarischen Einkaufen gefragt.
  • Fleisch nur ab und an und von guter Qualität, denn für die Tierzucht, den Futtermittelanbau und die Fleischproduktion werden große Mengen wertvoller Ressourcen verbraucht. Allen voran Wasser. Außerdem werden eine Menge Treibhausgase produziert. Das gilt es beides einzuschränken.
Nachhaltigkeit in der Küche fängt schon beim Einkauf an.
Gemüse ohne Umverpackung kaufen und dieses in einer wiederverwertbaren Tasche transportieren. Ein richtiger und wichtiger Schritt. (Foto: © Monkey Business – stock.adobe.com)

Selbstgemachtes, statt Gekauftes in der Küche

Die meisten Lebensmittel lassen sich nicht selbst machen und müssen gekauft werden. Niemand verlangt von dir, dass du dir einen eigenen Garten zulegst und ausschließlich Eigenproduziertes konsumierst. Manchmal sind die Möglichkeiten hierfür ja auch einfach nicht gegeben.

Doch für mehr Nachhaltigkeit in der Küche bieten sich andere Möglichkeiten für Selbstgemachtes. Stilvolle Utensiliendosen müssen nicht gekauft werden. Genauso wenig coole Untersetzer für Tassen oder Gläser, eine Pinnwand für Fotos oder Rezepte neben dem Herd oder teure Dekoschalen. Für all diese Dinge und etliche mehr finden sich im Netz detaillierte Anleitungen, für die du wahrlich keine Bastelprofis sein musst. Setz dich zusammen mit anderen hin, dann macht es am meisten Spaß.

Auch biologische Reinigungsmittel zum Sauberhalten deiner Küche kannst du einfach selbst herstellen. Mit natürlichen Zutaten, wie Backpulver, Soda, Zitronensäure, Zwiebeln oder Essig lässt sich der meiste Schmutz entfernen.

Beim Dosieren des Geschirrspülpulvers wiederum solltest du vor allem auf die Dosierempfehlungen der Reinigungsmittel-Hersteller achten. Dadurch kannst du die Belastung des Abwassers verringern.

Vielleicht gehörst du auch zu den Köchinnen und Köchen, die mit Küchenkrepp umgehen, wie mit Gewürzen. Frei nach dem Motto: Zu viel schadet nie. Dann werden Pfannen abgewischt, Tische gereinigt und Herdoberflächen von Schmutz befreit. Dabei fällt eine Menge Müll an und dann schadet zu viel eben doch. Viel besser: Einfach für alles einen waschbaren Lappen, zum Beispiel aus alten Textilien, verwenden.

Lebensmittel nachhaltig aufbewahren und entsorgen

Auch bei der Lagerung und kurzfristigen Aufbewahrung sowie der Entsorgung deiner Lebensmittel kannst du einiges falsch machen.

  • Lagerst du in optimaler Weise, halten deine Lebensmittel länger und du lebst dabei auch noch bewusster und nachhaltig. So gehören frische Milchprodukte, Fisch und Fleisch immer in den Kühlschrank.
  • Trockene Nahrungsmittel wie Reis, Mehl und Nudeln dagegen werden im Optimalfall an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort aufbewahrt. Die verschiedenen Lebensmittel kannst du dann zum Beispiel in schicken Schraubgläsern, die du wiederum selbst bekleben oder bemalen und so individualisieren kannts oder etwa auch in Brotdosen aus Edelstahl aufbewahren.
  • Auf Frischhalte- und Alufolie gilt es, so oft es geht, gänzlich zu verzichten. Möchtest du deine Lebensmittel nachhaltig transportieren und dafür keine Boxen oder Dosen verwenden, legt dir dafür am besten wiederverwendbare Bienenwachstücher zu.
  • Mülltrennung ist eigentlich nicht schwierig, wenn du dich einmal vergegenwärtigt habt, welche Tonnen es gibt und wo welcher Müll hineinkommt. Kurzgefasst: Es gibt fünf Kategorien:

Im Grunde ist Mülltrennung ganz simpel und schnell erklärt! Man unterscheidet fünf Kategorien:

  1. Leichtverpackungen (LVP) aus Kunststoff, Alu, Weißblech oder Verbundmaterialien wie Getränkekartons
  2. Behälterglas (also keine Trinkgläser, kein Flachglas)
  3. Papier/ Pappe/ Karton
  4. Restmüll
  5. Bioabfall

Für jede der genannten Abfallsorten müssen eigene Sammelbehälter zur Verfügung stehen. Und von diesen solltest du entsprechend Gebrauch machen. Hast du nur vier Behälter in der Küche, machst du immer noch irgendetwas falsch.

Nachhaltige Geräte und umweltfreundliches Kochen

Wir freuen uns, wenn wir dir mit unseren zahlreichen Koch- und Rezepttipps helfen können und du genauso leckere Ergebnisse erzielst, wie wir. Noch mehr freuen wir uns aber, wenn du beim Kochen und bei der Ausstattung und Einrichtung eurer Küche ebenfalls nachhaltig vorgehst. Hierbei geht es nun zu guter Letzt vor allem ums Stromsparen.

  • Zunächst zu den Küchengeräten: Wenn finanziell möglich, kauf dir für deine Küche ausschließlich energieeffiziente Geräte. Es lohnt sich hier tatsächlich auch, ältere Geräte zu entsorgen und auf neue mit der Effizienz-Klasse AA+++ Auch A++ und A+ sind noch in Ordnung. Langfristig helfen dir diese Geräte auch enorm beim Stromsparen. Und das wiederum bedeutet mehr Geld, was du an anderer Stelle zur Verfügung hast.
  • Der Kühlschrank sollte nicht gerade neben der Spülmaschine oder dem Herd stehen. Denn diese erhitzen ihn natürlich, was bedeutet, dass er wiederum mehr Strom braucht, um runterzukühlen.
  • Mach deine Spülmaschine immer richtig voll, bevor du sie einräumst. Alles andere ist Energie- und Wasserverschwendung. Vorspülen ist übrigens – außer bei harten Verkrustungen – in der Regel auch nicht nötig.
  • Investier lieber einmalig auch in hochwertige Kochutensilien, die etwas teurer sind, als ständig billige Plastikkochlöffel oder billige Kochtöpfe zu kaufen. Dann vermeidest du auch konsequenter, dass sich gesundheitsschädliche Chemikalien aus den Billigutensilien lösen.
  • Küchengeräte, die du nur ganz selten brauchst, leihst du dir am besten von Nachbarn, Verwandten oder Freunden. Eine Fritteuse oder Eismaschine etwa kann sich ein Mehrfamilienhaus im Grunde einfach teilen. Außer natürlich, es soll jeden Abend Pommes geben.
  • Womit wir dann auch zum Kochen kämen. Tipp Nummer 1 lautet hier für uns: Koch energieeffizient, indem du nicht nur bereits erwähnte hochwertige Pfannen und Töpfe verwendest, sondern auch die passenden Utensilien auf die passenden Herdplatten stellst. Eine große Herdplatte mit einem zu kleinen Topf verbraucht eine Menge unnötigen Strom. Auch die Restwärme auf den Herdplatten ist zu nutzen!
  • Stromsparen lässt sich beim Kochen auch, indem eher größere Portionen zubereitet und diese zwei oder gar drei Tage lang gegessen oder auch mal am nächsten Tag mit auf Arbeit oder die Uni genommen werden. Nochmal Erhitzen brauch meist weniger Strom, als neu kochen.
Die richtigen Kochutensilien helfen dir bei der NAchhaltigkeit in der Küche.
Ist die Herdplatte deutlich zu sehen, ist der Topf eindeutig zu klein. (Foto: © aapsky – stock.adobe.com)

Und letztlich gilt: Koch am besten so oft wie möglich selbst und verzichte auf Lieferdienste. Denn die packen ihr Essen nun einmal in meist umweltschädliche Verpackungen und verpesten auch bei der Lieferung die Umwelt.

Du bist jetzt richtig motiviert und möchtest dich für deine Mitmenschen oder die Umwelt engagieren? Dann stöbere durch die verschiedenen Aktivitäten rund um Gutes tun und finde Gleichgesinnte. Womöglich ist hier schon eine passende Freizeitaktivität für dich dabei:

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Titelbild: © Monkey Business – stock.adobe.com