In diesem Artikel findest du viele spannende Tipps für Museen.

Kultureinrichtungen in der Freizeit zu besuchen erfreut sich schon immer großer Beliebtheit – völlig zurecht. Doch eine bestimmte Form der kulturellen Beschäftigung hat nicht nur Freunde, sondern auch einige Gegner. Es gibt nämlich durchaus einige Museumsmuffel unter uns – an genau die richten sich diese Tipps für Museen.

Museen sind alles, nur nicht langweilig

Wir alle kennen das Gefühl – ein Gähnen macht sich in uns breit, wenn wir nur daran denken, in ein Museum gehen zu müssen. Wenn uns in unserer Kindheit und Jugend die Schule oder auch die Eltern zu einem Besuch im Kunstmuseum gezwungen haben, war Langeweile vorprogrammiert.

Aber natürlich entspricht das nicht wirklich der Wahrheit. Museen und Galerien sind großartige Kultureinrichtungen, die nicht nur großen Wert haben, sondern auch hochinteressant sein können – für jeden Geschmack kann man die richtige Sammlung finden. Unsere klare Empfehlung an alle, die der Meinung sind, ein Museumsbesuch wäre nichts für sie – sucht euch einmal ein tolles Museum aus, das Ausstellungen beherbergt, die sich zumindest ein wenig mit euren Hobbys, Vorlieben oder Interessen decken.

Das kann dann eine tolle Ergänzung zu euren aktiveren Hobbys sein. Es gibt viele Möglichkeiten, einmal dem Alltagsstress zu entfliehen, doch ein Museumsbesuch ist gut dafür geeignet, den Stress einmal zu vergessen und sich ruhig und vollkommen auf eine Sache zu konzentrieren. So kann man gut einen Gang zurückschalten, da ein Gang durch die Ausstellungen zwar spektakulär und interessant sein kann, aber jedoch auch immer gewissermaßen entspannend.

Häufig ist es nämlich nur das Vorurteil, dass Museen aus Prinzip langweilig sind, das einen vor dem Besuch wahnsinnig toller Häuser bewahrt. Schon so mancher ist dadurch erst auf den Geschmack gekommen und zu einem richtigen Museums-Fan geworden.

Tipps für Museen

Kunst- und geschichtliche Museen, sei es Paläontologie oder Themen aus der Menschheitsgeschichte, sind natürlich der Standard, an den man sofort denkt, wenn man das Wort Museum hört. Zwar sind auch diese schon hochinteressant, besonders in kulturhistorischen Zentren wie Berlin gibt es unglaublich tolle Ausstellungen zu besichtigen – aber das ist noch längst nicht alles. Denn mittlerweile gibt es wirklich zu jedem Thema eigens gewidmete Museen, die in der Qualität den großen, hochkulturellen Einrichtungen in nichts nachstehen.

Wir geben ein paar Anregungen für Museen, die etwas aus der Norm fallen und entweder ein irres Thema behandeln, das man niemals in einem Museum erwarten würde, oder eine ganz spezielle Gestaltung haben. Vielleicht ist das perfekte Angebot, um auch Museumsmuffel anzulocken, ja dabei.

Einer unserer Tipps für Museen - ein Technikmuseum.
Auch moderne Technikmuseen können mit ihren imposanten Ausstellungsstücken für Kulturmuffel interessant sein.
(Foto: Fotolia.com © Alan #256761992)

Das Gegenteil des geschichtlichen Museums – Lügenmuseum in Radebeul

Der Museumsbegriff wird hier einmal gründlich umgekrempelt. Denn es geht nicht um die Geschichte von bekannten Lügnern wie etwa dem Baron von Münchhausen oder Pinocchio – sondern in die Lüge an sich. Es geht demnach „um Dinge, die es gar nicht gibt“ – also exakt das Gegenteil dessen, was ein Museum eigentlich leisten soll.

Dennoch, oder gerade deswegen, ist das Lügenmuseum ein wahres Highlight. Nichts aus der gesamten Ausstellung ist so gemeint, wie es scheint – und das ganz im Ernst. Es ist schwer, den Eindruck, der sich beim Besuch des Museums ergibt, in Worte zu fassen. Man muss diese Verrücktheit wahrlich erleben.

Es ist im Prinzip ein großes, augenzwinkerndes Kunstprojekt das der Erwartungshaltung, die man üblicherweise bei dem Besuch eines Museums hat, ständig widerspricht und sie auf den Kopf stellt. Somit ist es vielleicht das perfekte Gegenstück zum „normalen“ Museumsbesuch.

Computerspielemuseum

Wer lieber lange Zeit vor dem Bildschirm sitzt und sich mit Spielen unterhält, als vor die Haustür zu gehen, kann trotzdem genau das richtige Museum für die eigenen Vorlieben finden.

Das Computerspielemuseum in Berlin, das dieses Jahr sein 20. Jubiläum feiert, ist ein großes und beeindruckendes Museum rund um das Videospiel – inklusive legendärer Ausstellungstücke wie dem originalen Pong-Automaten, mit dem die Geschichte der Videospiele begann. Die Automatenhalle lädt zum Selberspielen ein – dort kann man noch einmal kultige Klassiker aus der Kindheit genießen.

Foltermuseum

Ein spezieller Tipp für alle, die es hin und wieder etwas makaber mögen: Wen es im Urlaub einmal nach Amsterdam oder Siena in Italien verschlägt, der sollte sich dieses besondere Museum keinesfalls entgehen lassen. Dort gibt es nämlich Ausstellungen, die sich hauptsächlich auf verrückte und grausame Foltermethoden aus vergangenen Zeiten konzentrieren.

Sie sind teilweise nichts für schwache Nerven, aber wer sich für derartige Themen etwas interessiert, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Denn sie zeigen deutlich, dass wir Menschen schon immer eine wahrlich blühende Fantasie hatten, wenn es darum ging, anderen Personen möglichst große Schmerzen zu bereiten.

In Deutschland gibt es ebenfalls mehrere Museen dieser Art zu finden, etwa in Rüdesheim oder Rothenburg ob der Tauber. Scheinbar waren unsere mittelalterlichen Vorfahren besonders gut im Foltern …

Film-Horrormuseum

Dieses geht in eine ähnliche Richtung – das Hollywood Horror Museum in Los Angeles in den USA behandelt, wie es der Name schon sagt, alles rund um den Horrorfilm. Das Museum ist in zwei getrennte Ausstellungen aufgeteilt.

Eine davon konzentriert sich auf klassische Horrorfilme wie Dracula oder Frankenstein und stellt unter anderem originale Requisiten und Monster-Modelle von den Dreharbeiten dieser Klassiker aus. Dieser Teil des Museums ist durchaus auch für jüngere Besucher geeignet – diese lernen dort unter anderem, wie das Makeup funktioniert und wie Masken für die Filme produziert werden.

Im anderen Teil geht es nicht ganz so unschuldig zu – der moderne Horrorfilm mit Splatter und erwachseneren Themen steht dort im Fokus. Filme wie Saw oder Scream als Ausstellungsthema legen nah, dass es dort ganz schön blutig zugeht – daher sind jüngere Kinder dort nicht zugelassen.

Für Filmfanatiker, die sich für die Hintergründe und Produktionsmethoden interessieren, gibt es hier sehr viel zu sehen, aber auch reine Horror- und Gruselfans kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten.

Schokoladenmuseum

Das Schokoladenmuseum in Köln ist einer der coolsten Tipps für Museen.
Das Kölner Schokoladenmuseum, direkt am Wasser. (Foto: Fotolia.com © dudlajzov #259265321)

Wenn es einmal etwas süßer sein soll, ist das Schokomuseum am Rheinufer in Köln die perfekte Anlaufstelle. Dieses Museum eignet sich aufgrund der Thematik für Jung und Alt, aber auch wunderbar für ein Date. Das Highlight ist der riesige Schokoladenbrunnen, an dem man sich nach Belieben bedienen kann.

Natürlich werden auch die geschichtlichen Hintergründe und Details zur Herkunft und Herstellung der beliebten Süßigkeit behandelt, aber das Museum ist äußerst abwechslungsreich. Das Herzstück ist ein 100 Quadratmeter großes Tropenhaus mit exotischen Pflanzen – natürlich inklusive Kakaobäumen. Außerdem kann man sich seine eigenen Zutaten aussuchen, die dann zu einem ganz individuellen Schokoriegel verarbeitet werden.

Dank dieser Attraktionen rund um die beliebteste Süßware der Welt ist das Museum mit Abstand das meistbesuchte in ganz Köln.

Urban Art, Banksy und Co

Kunst ist langweilig – mögen so manche denken. Uralte, riesige Gemälde müssen natürlich nicht jedem gefallen – doch das ist noch lange nicht alles, was die Welt der Künstler zu bieten hat. Auch muss „moderne Kunst“ nicht unbedingt unverständliche, weiße Leinwände mit einem einzigen Farbklecks bedeuten.

So gibt es beispielsweise im Saarland am Weltkulturerbe der Völklinger Hütte alle zwei Jahre die Urban Art Biennale zu bestaunen. Sie ist eine der größten zentralisierten Ausstellungen von Urban Art, Street Art und Graffiti, vor der spektakulären Kulisse riesigen Industriedenkmals.

In den letzten Jahren waren dort unter anderem originale Werke von Banksy zu bestaunen, aber auch Arbeiten von weltbekannten Graffiti-Künstlern wie Shepard Fairey – von ihm stammt der „OBEY“-Sticker, aber auch die Wahlkampfkampagne von Barack Obama – werden dort ausgestellt.

Auch in Berlin gibt es mittlerweile ein Urban Art Museum in Schöneberg. Eine Besonderheit dieser modernen Varianten der Kunstmuseen sind nicht nur die zeitgenössischen Ausstellungsstücke, sondern auch der Aufbau der Museen an sich. Sie bieten eigentlich immer ein besonderes Erlebnis zusätzlich zu den Ausstellungsstücken. In Berlin wird beispielsweise das gesamte Gebäude selbst mit zum Kunstwerk.

Lust aufs Museum bekommen?

Vielleicht hat der ein oder andere dieser Tipps für Museen nun dein Interesse geweckt, nun doch einmal eine solche Kultureinrichtung zu besuchen. Gemeinsam mit anderen Mitentdeckern macht es umso mehr Spaß, sich in einem solchen Museum umzuschauen – natürlich gibt es auch noch unzählige andere Adressen, die mindestens ebenso interessant sind.

Mit wem gehst du zusammen ins Museum?

Inspiration für spannende Freizeitaktivitäten und die passenden Mitmacher findest du bei Spontacts. In der Freizeit-Community kannst du einfach deine eigene Aktivität für einen Museums- oder Ausstellungsbesuch erstellen oder dich spontan anderen anschließen. Vielleicht ist bei diesen Angeboten ja schon das richtige dabei?

Titelbild: Fotolia.com © Photographee.eu #173988801