Umweltbewusst reisen? Dafür musst du ein paar Dinge beachten.

Dass gerade das Fliegen für einen größeren ökologischen Fußabdruck sorgt, dürfte inzwischen jeder wissen. Jeder kann sich einmal die Zeit nehmen und das eigene Reiseverhalten überdenken. Dabei muss niemand darauf verzichten neue Destinationen und Kulturen kennenzulernen. Wir wollen dir mit diesem Beitrag eine Hilfestellung geben, wie auch du umweltbewusst reisen kannst, wie es funktioniert und erklären, warum das Mitmachen in dieser Sache so wichtig ist.

 

Die Relevanz umweltbewussten Reisens

Die Umweltbelastungen durch Reisen und Tourismus sind enorm und sie werden immer noch unterschätzt. Die eine Flugreise im Jahr, die paar Mal an die Ostsee fahren mit dem Auto, das wird doch schon in Ordnung sein. So denken viele und genau diese Einstellung ist fatal. Es geht darum, sich darüber bewusst zu werden, welchen Schaden ein ignoranter Reisestil anrichtet.

Der einsame Backpacker schadet der Umwelt mitunter mehr als der Pauschaltourist im Hotel.
Der einsame Backpacker schadet der Umwelt mitunter mehr als der Pauschaltourist im Hotel.
(Foto: stock.adobe.com © leonidkos)

Nicht nur der Reiseverkehr, der eine Menge Emissionen verursacht, sondern auch Wasser, Flächen und Güter werden für die Ermöglichung weltweiter Reisen verbraucht. Im Fünften Sachstandsbericht (AR5) des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, kurz: IPCC) ist nachzulesen: Menschliche Aktivitäten, insbesondere der Ausstoß von Kohlendioxid, sind mit mindestens 90-prozentiger Sicherheit die Hauptursache für den Klimawandel. Und „zwischen 3,9 und 6 Prozent der menschengemachten CO2-Emissionen gehen verschiedenen Berechnungen zufolge auf den Tourismus zurück, wobei 4,9 Prozent als beste Schätzung gilt.“

Knappe 5 Prozent sind eine ganze Menge, überlegt man sich doch, dass Reisen letztlich einen Luxus darstellt, der nicht lebensnotwendig ist. Das heißt aber nicht, dass du nun gar nicht mehr reisen sollst und darfst. Die Umwelt lässt sich am besten schonen, wenn alle bewusster reisen.

 

Kann Reisen überhaupt ökologisch sein?

Du stellst dir vielleicht die Frage, ob es nicht am allerbesten wäre, zu Hause zu bleiben und nicht mehr zu reisen. Nach den erwähnten Auswirkungen, die das Reisen auf die Umwelt hat, ist diese Frage durchaus berechtigt. Allerdings ist sie zu verneinen.

Natürlich gibt es Formen des Reisens, die toxisch sind für die Umwelt. Andere Formen des Tourismus hingegen können der Natur sogar zugutekommen. Das passiert oft vor allem dann, wenn ein gesteigertes Interesse für eine bestimmte Gegend in einem Land entsteht. Das zumindest betonte der Tourismusforscher Harald Zeiss in einem Interview mit dem Magazin fluter., einem Jugendmagazin der Bundeszentrale für politische Bildung. Zeiss erklärte:

„Wenn Menschen sich für bestimmte Gegenden besonders interessieren, dann fangen auch Regierungen an, sich dort für den Naturschutz zu engagieren. Das Great Barrier Reef in Australien ist ein gutes Beispiel. Vor ein paar Jahren redete man da vor allem über Pläne, einen Hafen für Hochseeschiffe zu bauen, durch den Teile des Riffs zerstört würden. Inzwischen hat die australische Regierung beschlossen, mehrere hundert Millionen australische Dollar in den Schutz des Riffs zu stecken. Anderes Beispiel: Whale-Watching ist lukrativer als Walfang. Das hat die Dominikanische Republik erkannt und die Jagd auf Wale verboten.“

Wenn dich die Tatsache, dass Reisen sogar gut für die Umwelt sein kann, überrascht, dürfte es mit dieser Info nicht anders sein: Massentourismus kann durchaus umweltschonender sein, als die Ein-Personen-Rucksackreise. Denn im Zuge von Pauschalreisen etwa kommt es selten zu einer Überlastung der Infrastruktur von Regionen, die auf starke Touristenströme nicht eingestellt sind. Viele Individualreisende können hier hingegen für echtes Chaos sorgen.

Außerdem sind manche Unterkünfte, die auf größere Touristenmassen eingestellt sind, oft eher in der Lage, für umweltfreundliche Bedingungen zu sorgen. Zeiss weist darauf hin, dass sich für viele größere Hotels beispielsweise der Bau einer Kläranlage lohnt. Ein Backpacker, der in einer vielleicht zunächst naturnäheren Bambushütte am Strand unterkommt, muss vielleicht mit einer Sickergrube Vorlieb nehmen. Und tut der Umwelt damit in der Regel keinen Gefallen.

 

Wie teuer ist diese Art des Reisens?

Wer einen bewussteren Lebensstil pflegt, hat oftmals auch mehr Ausgaben. So zumindest eine Meinung, die sich hartnäckig hält. Aber ist das wirklich so? Und ist umweltfreundliches Reisen auch teurer, als herkömmliches oder gar ignorantes Reisen?

Fliegen ist nicht nur die umweltschädlichste Fortbewegungsmethode. Es geht auch günstiger und innerhalb eines Landes sogar schneller.
Fliegen ist nicht nur die umweltschädlichste Fortbewegungsmethode. Es geht auch günstiger und innerhalb eines Landes sogar schneller.
(Foto: stock.adobe.com © Nicole Lienemann)

Das lässt sich tatsächlich pauschal nicht beantworten. Es ist aber davon auszugehen, dass umweltfreundliches Reisen gerade über längere Zeit günstiger ist, als andere Reiseformen. Das hat mehrere Gründe:

  • Umweltfreundliche Fortbewegungsmethoden sind in der Regel auch die günstigsten Fortbewegungsmethoden. Eine Stadt zu Fuß zu erkunden ist kostenlos. Für die gleiche Strecke mit dem Rad fielen im Test des VCDs, des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland e. V., genau 0,36 Euro an – der CO2-Ausstoß blieb aber natürlich auch hier auf 0,00 kg. Mit Bus und Bahn waren es 2,10 Euro bei einem Ausstoß von 0,24 kg CO2 und mit dem Auto 3,64 Euro bei einem Ausstoß von 1,12 kg.
    Was die Langstrecke betrifft sind Reisebus und Bahn ebenfalls die günstigsten und umweltfreundlichsten Verkehrsmittel. Zwar gibt es Flüge für den gleichen Preis einer Fahrt mit dem Reisebus (Züge sind durchschnittlich günstiger), der Unterschied von Reisebus zu Flugzeug hinsichtlich des CO2-Ausstoßes beträgt allerdings ganze 62 kg. Flugzeuge schneiden beim Thema Umweltverschmutzung nur solange besser ab, als ein PKW, solange keine Mitfahrer mitgenommen werden. Diese reduzieren die Emissionen des PKWs deutlich. Wenn du einmal ausrechnen möchtest, wie deine CO2-Bilanz genau aussieht, kannst du dir mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamtes einen Eindruck verschaffen.
  • Umweltfreundlicher reisen heißt meist auch langsamer Das heißt, dass längere Zeit an einem Ort verbracht wird, statt nur wenige Tage an einem Ort. Und wer weniger oft den Aufenthaltsort wechselt, sorgt natürlich automatisch auch für geringere CO2-Emissionen.
  • Wenn du dich mit dem Thema umweltbewusstes Reisen intensiv auseinandersetzt, wirst du dich auch mit umweltbewusstem Verhalten im Allgemeinen beschäftigen. Und dabei merken: Vieles, was die Umwelt schont, schont eben auch den Geldbeutel. Dazu zählen vor allem Stromeinsparungen durch verschiedene Maßnahmen.

 

Wie lässt sich das Geld für die Reise zusammenbekommen, wenn sie doch teurer wird?

Es kann natürlich trotzdem vorkommen, dass dich ein umweltschonender Reisestil dennoch mehr kostet. Weil etwa die Kosten für Unterkünfte mit Zertifikat für Umweltfreundlichkeit und nachhaltige Lebensmittel auf Reisen höher sind, als erwartet, oder weil du dich für Ausgleichszahlungen für deine Flüge entscheidest.

Du musst in diesem Fall trotzdem nicht deine guten Absichten über Bord werfen. Um deinen Traumurlaub zu verwirklichen, kannst du dir regelmäßig Geld beiseitelegen, um das notwendige Budget anzusparen. Möchtest oder kannst du nicht so lange warten, gibt es noch weitere Alternativen.

Warum nicht mit dem Rad zur Arbeit? Dann wird das Auto vielleicht sogar überflüssig und du kannst sparen.
Warum nicht mit dem Rad zur Arbeit? Dann wird das Auto vielleicht sogar überflüssig und du kannst sparen.
(Foto: stock.adobe.com © Jacob Lund)

Du kannst etwa ganz gezielt für eine kurzfristige Finanzspritze sorgen. Heutzutage einen Reisekredit aufzunehmen ist keine Seltenheit mehr. Wichtig ist, dass du dich dazu vorab gut informierst und Bescheid weißt, auf welche Punkte du achten solltest. Auf diese Weise lässt sich das Reisebudget aufstocken – vor allem, wenn besondere Trips geplant sind, wie etwa in einem Gap-Jahr oder als besondere Auszeit nach dem Schul- oder Uniabschluss. Dann kannst du auch eventuelle Mehrausgaben zugunsten der Umwelt leichter stemmen.

Abseits davon kannst du die Planung der Reisefinanzierung dazu nutzen, dir einmal einen Überblick über deine laufenden Kosten zu verschaffen und vielleicht auch deine Gewohnheiten zu überdenken. Du wirst vielleicht ganz schnell merken, dass es verschiedene Kostenpunkte gibt, die du anpassen kannst:

  • Fährst du extrem selten Auto, aber zahlst trotzdem jedes Jahr Steuern und Versicherungen?
  • Vielleicht kannst du ja ganz auf Rad und öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und dadurch Geld sparen?
  • Kaufst du aus Bequemlichkeit oft in Plastik eingeschweißte Fertigprodukte für oft zu teures Geld? Dann probiere doch mal, dir deine Säfte oder Currys einfach selbst zu machen. Schmeckt meist sogar besser und ist auf Dauer sicherlich auch günstiger.

Viele solche Dinge kannst du ändern, wenn du genau hinschaust und bereit bist, dich umzustellen. Es lohnt sich oft!

 

Die Vorbereitung auf die Reise

Gemeinsam reisen macht mehr Spaß und tut der Umwelt gut.
Gemeinsam reisen macht mehr Spaß und tut der Umwelt gut.
(Foto: stock.adobe.com © Studio Romantic)

 

Gut planen

Umweltfreundliches Reisen hört beim Verständnis der Sache natürlich nicht auf. Es fängt bei der Vorbereitung auf die Reise eigentlich erst so richtig an. Eine gute Planung ist der erste wichtige Schritt dabei.

  • Gut zu planen bedeutet, dass du dir zunächst intensive Gedanken über deine An- und Abreise machst. Denn dabei entstehen in der Regel die stärksten Umweltbelastungen. Sowohl die Entfernung deines Reiseziels, als auch die Wahl der Verkehrsmittel sind entscheidend.
  • Überlege, ob du nicht vielleicht mit Reisepartnern gemeinsam losziehen möchtest. Jeder voller gefüllte Reisebus oder PKW ist vielleicht ein gesondertes Fahrzeug weniger auf der Straße, das CO2-Emissionen produziert.
  • Informiere dich, in welchen Ländern es für dich persönlich am einfachsten ist, umweltfreundlich zu reisen. Die Infrastruktur des Landes oder Zielortes spielt dabei eine genauso wichtige Rolle, wie die Möglichkeit, vor Ort zu wohnen, dich zu ernähren, Dinge zu unternehmen usw. Schließe manche Länder dadurch aus oder setze zumindest Prioritäten.
  • Erkundige dich unbedingt genau, wie die Nahverkehrssysteme vor Ort aussehen und ob deine Unterkunft vielleicht sogar geeignete Transportangebote bereitstellt.
  • Auch, wenn du eigentlich nicht so der aktivste oder sportlichste Typ bist – Versuche im Sinne der Umwelt mehr Wanderungen und Strecken zu Fuß, mit dem Rad oder vielleicht auch einem Kanu zurückzulegen. Nicht nur schonst du damit die Umwelt, du wirst auch sehen, wie viel Spaß diese Art des Reisens machen kann. Plane dafür kürzere Strecken ein und längere Aufenthalte.

 

Umweltschonend packen

Mach dir eine genaue Liste, welche Dinge du wirklich einpacken und mitnehmen musst.
Mach dir eine genaue Liste, welche Dinge du wirklich einpacken und mitnehmen musst.
(Foto: stock.adobe.com © Alliance)

Packen bedeutet für viele Reiselustige echten Stress. Und jetzt soll dabei auch noch auf die Umwelt geachtet werden. Wir empfehlen, nur zu packen, wenn du gerade nichts anderes im Kopf hast. Vorher eine Runde Yoga oder Meditation hilft, zu dir zu finden und dich zu fokussieren. Anschließend nimmst du dir deinen Koffer oder deine Reisetasche vor. Bedenke dabei folgende Punkte:

  • Jedes Gramm mehr, das dein Koffer wiegt, wirkt sich auf das Gewicht des Verkehrsmittels aus, mit dem du reist. Je schwerer dieses ist, desto höher ist auch der CO2-Ausstoß.
  • Pflegeprodukte in Reisegröße sind nicht nur praktisch, sie sind – richtig genutzt – auch umweltschonend. Denn auch sie nehmen weniger Platz weg und wiegen weniger, als die großen Geschwister. Allerdings bleiben sie nur umweltfreundlich, wenn sie immer wiederaufgefüllt Ein Neukauf ist nur notwendig, wenn die Verpackung kaputtgehen sollte.
  • Du wolltest dir schon länger mal neues Reisegepäck zulegen? Dann versuche doch auch hier ökologisch sinnvollere Produkte zu wählen. Reisetaschen aus alten Planen oder recycelten PET-Flaschen sind nicht nur umweltbewusst, sie sehen oft auch schicker aus, als der Einheitsbrei, den die Masse so kauft.
  • Für benutzte Wäsche oder ein schmutziges Paar Schuhe ist ein Jutebeutel besser, als die Plastiktüte. Diese ist nicht nur nicht umweltfreundlich, sie geht auch schneller kaputt.
  • Möchtest du deine elektronischen Geräte mit mehr Strom auf der Reise versorgen, greife zu Akku-Batterien statt herkömmlichen Batterien.

 

Wohnung und Haus bewusst verlassen

Zur Organisation der Reise vor dem Reiseantritt gehört es auch, dass du deine Wohnung oder dein Haus so verlässt, dass die Umwelt während du weg bist möglichst wenig Schaden nimmt. Die Maßnahmen dafür sind simpel, man kann sie allerdings nichts oft genug verinnerlichen, um, wenn es denn so weit ist, auch wirklich daran zu denken.

Lichter ausschalten nicht vergessen, bevor du abreist.
Lichter ausschalten nicht vergessen, bevor du abreist.
(Foto: stock.adobe.com © Prod. Numérik)
  1. Schalte alle stromziehenden Geräte aus, die nicht unbedingt in Betrieb bleiben müssen. Bist du länger unterwegs, kannst du ja vielleicht sogar Kühlschrank und Kühltruhe ausräumen, abtauen und vom Strom getrennt lassen, bis du wieder da bist.
  2. Ziehe alle Stecker aus den Steckdosen, sodass auch alle Geräte, die im Standby sind, komplett ausgeschaltet werden. Denke auch daran, die Mehrfachsteckdosen abzuziehen oder auszuschalten.
  3. Stelle die Heizung aus oder im Winter zumindest auf niedrige Stufe.
  4. Schließe alle Fenster richtig bevor du gehst.
  5. Lösche überall das Licht. Jetzt bist du bereit für die Reise!

 

Die umweltschonendste Fortbewegung

Langsames Reisen

Wir haben schon erwähnt, wie wichtig es ist, dass du langsam reist, wenn dein Reisen denn umweltbewusst stattfinden soll. Eine Weltreise mit zwanzig verschiedenen Ländern oder Orten, die unbedingt besucht werden sollen, ist immer weniger umweltfreundlich als ein Trip, bei dem du dich auf einzelne, wenige Stopps beschränkst. Und seien wir mal ehrlich: Auch fünf oder sechs Länder reichen doch absolut aus.

Denn bei einer Reise solltest du Zeit haben, die Eindrücke eines Landes und einer Kultur auf dich wirken zu lassen. Drei Wochen an einem Ort sind da – gerade bei einer Reise um die Welt, für die du dir einmal länger freinimmst – eher das Minimum. Nur so hast du auch die Möglichkeit, Menschen vor Ort näher zu kommen und von diesen aus erster Hand Dinge über die Kultur zu lernen. Das ermöglicht meist auch eine bessere Einschätzung der Lage. Welches Verhalten ist hier ökologisch sinnvoll? Kannst du in irgendeiner Weise deinen Teil dazu beitragen, dass das Land umweltfreundlicher wird? Langsames Reisen öffnet neue Perspektiven und Blickwinkel, schnelles Reisen hingegen eher seltener.

Zu Fuß, auf dem Rad, mit dem Zug und dem Reisebus

Der Reisebus schneidet hinsichtlich Kosten und Umweltverschmutzung am besten ab. So geht umweltbewusstes Reisen.
Der Reisebus schneidet hinsichtlich Kosten und Umweltverschmutzung am besten ab.
(Foto: stock.adobe.com © bodnarphoto)

Mit langsamem Reisen geht meist auch die Wahl der Fortbewegungsmittel einher. Wer schnell von A nach B muss und lange Strecken zurücklegen möchte, bevorzugt meist das Flugzeug. Dass dieses beim Reisen den größten negativen Einfluss auf den Klimawandel hat, sollte bereits klargeworden sein. Doch es gibt auch eine Überraschung: Zumindest innerhalb eines Landes sind Flüge nicht unbedingt das schnellste Verkehrsmittel:

  • Die oben erwähnte VCD-Übersicht zeigt, dass für die Strecke Berlin-Frankfurt der Flug 5:10 Stunden dauert.
  • Nur der Reisebus mit 9:50 Stunden ist länger.
  • Die Bahn braucht nur 4:19 und
  • selbst der PKW ist durchschnittlich sechs Minuten schneller, als der Flieger.

Kurzum: Zugreisen schneiden in Anbetracht der Faktoren Zeit, Kosten und Umweltfreundlichkeit am besten ab. Wenn du es nicht ganz so eilig hast, reist du mit einem vollen Reisebus noch umweltbewusster. Und für alle, die sich gerne viel bewegen ist das Rad oder der Fußweg natürlich die beste Möglichkeit. Das Beste: Du kannst auf diese Art und Weise überall Halt machen, wo es dir gefällt.

 

CO2-Kompensation – Scheinheilig oder sinnvoll?

Gerade viel CO2-produzierende Flugreisen führen inzwischen bei etlichen Menschen zu einem schlechten Gewissen. Viele haben verstanden, dass ständiges Fliegen die Umwelt extrem belastet. Doch statt ihr Flugverhalten zu ändern, haben sie eine bequemere Lösung gefunden, ihr Gewissen zu beruhigen: Ausgleichszahlungen.

Doch diese sind nicht ganz unproblematisch. Zum einen sind sie in Deutschland noch nicht besonders verbreitet. Nur knapp 9 Prozent der deutschen Flugreisenden kompensieren ihre Flüge. Zum anderen ist die Wahl des richtigen Anbieters für den CO2-Ausgleich nicht einfach. Bei der Stiftung Warentest schnitten Atmosfair, Klima-Kollekte und Primaklima am besten ab. Wird die Kompensation direkt auf der Website der Fluggesellschaft ausgewählt, bleibt leider oft intransparent, wie sich der Betrag genau berechnet oder wo er letztendlich landet.

Und auch zu einer verpflichtenden CO2-Kompensation, die erst einmal vielversprechend klingt, erklärt Tourismusforscher Harald Zeiss:

„[Das macht nur Sinn], wenn alle mitmachen. Ein deutscher Alleingang würde ausländische Fluggesellschaften besserstellen. Wenn man eine sogenannte CO2-Steuer einführt, dann auch bitte gern auf alle Produkte, nicht nur auf den Tourismus. Das würde dem Konsumenten auch viel Kopfzerbrechen abnehmen, zum Beispiel wenn er sich fragt, ob der deutsche Apfel jetzt klimafreundlicher ist als der neuseeländische.“

Also: CO2-Kompensation für Flüge ist mit dem richtigen Anbieter natürlich umweltfreundlich. Wer mit dauerhaft kleinerem ökologischem Fußabdruck reisen möchte, sucht aber am besten nach Alternativen zum Flugzeug. Diese können fast immer besseren Gewissens gewählt werden.

 

Bewusstes Verhalten auf der Reise

Regionales Essen schont die Umwelt.
Regionales Essen schont die Umwelt und gehört beim umweltbewussten Reisen dazu.
(Foto: stock.adobe.com © PointImages)

Abschließend wollen wir dir noch einige Tipps mitgeben, wie du dich in einigen bestimmten Punkten während deiner umweltbewussten Reise ebenfalls verhalten kannst:

  • Suche nach umweltfreundlichen Unterkünften. Bei Hotels kannst du dafür auf ein Zertifikat für Umweltfreundlichkeit achten. Bei Airbnb und ähnlichen Anbietern wiederum gibt es sogar einige Unterkünfte, die aus nachhaltigen Ressourcen privat gebaut wurden. Auch Eco Lodges auf dem Land sind toll, die sich selbst mit Energie versorgen. Noch besser ist zelten, insofern du auf die Umwelt Rücksicht nimmst. Denn hier wirst du vermutlich am wenigsten Strom verbrauchen.
  • Versuche vor Ort regionale Produkte zu kaufen und saisonal zu essen. Die kurzen Transportwege der Lebensmittel schonen die Umwelt und du unterstützt die Menschen und Projekte vor Ort.
  • Mache kein Feuer in der Natur, wenn du dich nicht an ausgewiesenen Lagerstellen befindest. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Waldbrand mit immensen Auswirkungen auf die Umwelt.
  • Gehe sparsam mit Wasser um! Vor allem, wenn du dich in einem Land befindest, wo du überwiegend auf Wasser aus Plastikflaschen angewiesen bist.
  • Jedes noch so kleine Stückchen Müll, den du produzierst und in der Umwelt hinterlässt, wirkt sich negativ auf den Klimawandel und den Erhalt der Natur aus. Versuche also auch unterwegs immer deinen Abfall mitzunehmen und richtig zu entsorgen. Und wenn du auf Müllsammelaktionen stößt, nimm doch einfach mal an einer teil. Du wirst sehen: Obwohl du im Urlaub bist und nicht an arbeiten denken magst: Es tut gut im Team etwas für die Umwelt zu machen und sofort Ergebnisse zu sehen!

Nicht nur – aber auch auf Reisen kannst du dich in der Freizeit für soziale Projekte oder die Umwelt engagieren. Gemeinsam mit anderen macht das gleich noch mehr Spaß.

Titelbild: stock.adobe.com © kbuntu (DATEI-NR.: 55224559)